Pyrolyse oder Katalyse

Selbstreinigender Backofen – so funktioniert er

Wenn Sie sich für einen selbstreinigenden Backofen interessieren, haben Sie die Wahl zwischen zwei Systemen: Pyrolyse oder Katalyse. Das sind die Vor- und Nachteile der beiden.

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Selbstreinigender Backofen

Selbstreinigender Backofen: zwei Methoden mit unterschiedlicher Wirkung

Den Backofen zu reinigen gehört zu den mühevollen und oft unbefriedigenden Küchenaufgaben: Fettdunst überzieht das gesamte Innere, aus der Form gelaufener Teig verklebt den Boden. Schlimmstenfalls haben sich Verkrustungen unter dem Heizgestänge gebildet, wo selbst die kleinsten Hände nicht so leicht hinkommen. Wenn Sie hier klar Schiff machen möchten, knien Sie vielleicht stundenlang mit dem Kopf in der Röhre vor dem Ofen. Sie hantieren mit allen möglichen mehr oder weniger wirksamen Hausmitteln und greifen in schweren Fällen zu harter Chemie, nämlich Backofenspray. Ein selbstreinigender Backofen klingt da nach einem Geschenk des Himmels.

Selbstreinigender Backofen – zwei Systeme

Die Methoden des selbstreinigenden Backofens sind ganz einfach und „selbstreinigend“ ist auch keine werbewirksame Übertreibung, sondern funktioniert tatsächlich. Dabei gibt es zwei Systeme der Selbstreinigung: die pyrolytische und die katalytische.

Die Pyrolyse: Schmutz zerfällt zu Asche

Die funktioniert folgendermaßen: Der Backofen muss sich während einer Dauer von bis zu drei Stunden auf eine Temperatur von 500° C erhitzen. Bei dieser Temperatur verbrennen sämtliche Schmutzpartikel und es bleibt lediglich Asche zurück. Mit einem feuchten Tuch beseitigen Sie sie nach dem Abkühlen ganz einfach. Das ist der Vorteil. Der Nachteil ist, dass das Verfahren ein paar Stunden dauert und dass bis zu sechs Kilowattstunden Strom dafür nötig sind, was die Umwelt belastet und Geld kostet.

Die Katalyse: Schmutz findet keinen Halt

Der Innenraum eines Katalyse-Backofens verfügt über eine besonders glatte Emaille-Beschichtung, die Metalloxide enthält. So funktioniert's:
  • Die Metalloxide wirken als Katalysatoren und lassen Fettpartikel in Wasser und Kohlendioxid zerfallen.
  • Schmutz kann sich auf der Oberfläche nicht festsetzen.
  • Die Oberflächenschicht ist porös und Sie sollten sie mit keinerlei aggressiven Putzmitteln behandeln. Die Reinigungswirkung geht sonst verloren.
Wenn trotzdem etwas hängen bleibt, hilft nur vorsichtiges mechanisches Entfernen oder Sie erhitzen den Backofen nochmal.

Selbstreinigender Backofen – Vorteil der Katalyse

Die Reinigung erfolgt bereits während des Backvorgangs. Der Nachteil ist, dass sich Zucker- und säurehaltige Verschmutzungen nicht so gut lösen. Deshalb lässt sich der Griff zum Backofenreiniger nicht immer vermeiden. Zudem ist die Beschichtung empfindlich, wer zu aggressiv putzt, kann sie leicht beschädigen.
Beide Methoden, auf die selbstreinigende Backöfen setzen, haben also ihre Vor- und Nachteile. Am Ende entscheiden der persönliche Geschmack und weitere Ausstattungsmerkmale, für welches Modell Sie sich entscheiden.

Backofen

Katrin Hoerner

von

Wissen hilft, gesund zu bleiben!

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