Einfach knuspriger

Blindbacken – wer wird denn gleich in die Luft gehen?

Blindbacken garantiert, dass insbesondere feine Mürbeteige in Form bleiben. eKitchen zeigt Ihnen, wie und warum Sie damit tolle Ergebnisse erreichen.

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Blindbacken

Beim Blindbacken befindet sich der Teig unter dem Backpapier.

Der Name führt in die Irre – denn hier muss niemand mit geschlossenen Augen backen. Da der Teig während des Backens unter Backpapier und der entsprechenden Auflage verschwindet, bezeichnet man das ganze als „blindes Backen“. Der weitere Name „Leerbacken“ umschreibt den Vorgang klarer.
Es ist eine uralte, raffinierte Backtechnik, die vorbildliche, stabile Tortenböden hervorbringt. Süße und herzhafte Tartes, Quiches und Pies gelingen durch das Vorbacken wie aus dem Bilderbuch. Der so präparierte Boden bleibt in der gewünschten Form und weicht später nicht durch.

Utensilien zum Blindbacken: Einfach und preiswert

Nicht selten verzweifeln Einsteiger wie erfahrene Bäcker am feinen Mürbeteig. Empfindsam gegen ein Zuviel an Hitze, verwandelt er sich vor allem in älteren Backöfen dank ungleicher Hitzeverteilung zu einem wenig dekorativen Gebäck mit „Gefälle“. Um den Teig nicht nur gleichmäßig flach zu halten, sondern ihn dank Blindbacken auch herrlich gebräunt und knusprig genießen zu dürfen, kommen trockene Hülsenfrüchte beliebiger Sorten und Farben ins Spiel. Neben einer ausreichend großen Tarteform und Backpapier benötigen Sie also ein Paket (500 g) trockene Erbsen, Linsen oder Kichererbsen. Im Notfall funktioniert das Blindbacken auch mit trockenem Reis, der häufiger vorrätig ist. So gelingt auch bei unangekündigtem Besuch noch ein leckerer Kuchen auf die Schnelle.

Die Technik: So funktioniert Blindbacken

Verteilen Sie den fertigen oder selbst gemachten Mürbeteig in einer gefetteten Backform und drücken Sie ihn an den Rändern leicht an. Überstehende Stücke werden einfach mit einem Küchenmesser abgeschnitten. Alternativ ergibt ein Umlegen des Randes nach innen später eine schmuckvolle Optik und einen extra-breiten Knusperrand. Stechen Sie den Teig-Boden mit einer Gabel mehrfach ein. Danach legen Sie ein Stück Backpapier auf, das etwas größer ist als Boden und Rand. Darauf kommen nun flächendeckend und randhoch die trockenen Hülsenfrüchte. Sie wirken beim Backvorgang wie ein hitzebeständiger Briefbeschwerer. Das verhindert das Aufwerfen von Teigblasen und ungleichmäßigem Aufgehen im Backofen.
Im vorgeheizten Ofen wird das Ganze nun bei 200 °C für 10 Minuten „blind gebacken“. Danach entfernen Sie Hülsenfrüchte und Backpapier und die Backform mit Teig wandert für weitere 5 Minuten bei reduzierter Hitze von rund 180 °C in den Backofen. Dient der Mürbeteig als Grundlage für einen Obstkuchen, bleibt er beim Blindbacken insgesamt 15-20 Minuten im Ofen.
Falls Sie eine Springform verwenden, belegen Sie nur den Boden mit Teig. Der Rand wird erst nach dem Blindbacken und beim weiteren Verarbeiten mit eingelegt. In beiden Varianten bleibt der vorgebackene Teig auch nach der Weiterverarbeitung knusprig und weicht beim Belegen mit Früchten und/oder Creme nicht mehr durch. Lassen Sie hierzu den Boden nach dem Blindbacken vollständig auskühlen. Jetzt kann der Teig zum Beispiel zu einem Käsekuchen weiterverarbeitet und gemeinsam mit der Creme erneut gebacken werden. Probieren Sie doch eine Käsekuchen-Tarte mit lockerem Mürbeteig oder die viel geliebte spanische Mandeltorte, die Tarta de almendras – natürlich blind gebacken.

Nach dem Blindbacken ist vor dem Blindbacken

Heben Sie die Auflage aus Linsen oder Erbsen in einem geschlossenen Gefäß auf. Die Hülsenfrüchte eignen sich zwar nicht mehr zum Verzehr, da sie nach dem Backen nicht mehr aufgehen. Als Belag für den nächsten Blindback-Vorgang jedoch können sie immer wieder verwendet werden.

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