Nachwachsender Rohstoff?

Palmöl-Studie: Rodung von 300 Fußballfeldern je Stunde

Ein Thema, das die Verbraucher beschäftigt: Palmöl wird zunehmend in Lebensmitteln verwendet. Billiger Rohstoff zulasten der Umwelt?

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Bagger rodet Urwald

Bagger roden kontinuierlich Dschungelwälder.

Für Palmplantagen werden laut einer Studie von Codecheck 300 Fußballfelder Dschungel in Asien gerodet. Und das stündlich! Welche Folgen das für Mensch, Tier und Umwelt hat, ist umstritten. So betont Greenpeace in einem Interview mit dem WDR, dass trotz Ökosiegel namens „RSPO“ die Kriterien für nachwachsenden, schonenden Anbau dieses für die Lebensmittelindustrie wichtigen Öls viel zu weich sind.

WWF fordert verbesserte Herstellung

Für die Lebensmittelindustrie hat Palmöl unbestreitbar Vorteile: Die Kosten sind niedrig, der Transport fällt leicht, das Öl ist geschmacksneutral. Verbände wie Greenpeace und Codecheck kritisieren den drastischen Abbau der Wälder Asiens und die damit einhergehenden Probleme. Das besagte Ökosiegel RSPO berücksichtige keine Faktoren wie Regenwaldrodung, Klimaschutz und Monokulturen. Selbst der WWF, der an den Mindeststandards mitarbeitet, betont:
Doch wie bei fast allem kommt es auch bei Palmöl auf das Wie der Produktion an. Die Herstellung muss anders werden, als sie heute größtenteils ist – nämlich ökologisch, ökonomisch und sozial verträglich. Davon sind die meisten Produzenten von Palmöl noch weit entfernt.

Immer mehr Palmöl auch in Lebensmitteln

Wie ist der Status Quo? Laut Codecheck nimmt die Verwendung von Palmöl in Lebensmitteln weiter zu:
Der Trend zum billigen Fett macht auch vor Nahrungsmitteln nicht halt. Während bei Pflegeprodukten ein leichter Rückgang zu verzeichnen ist, steigt bei Lebensmitteln der Palmölanteil um durchschnittlich 6,5 Prozent im Vergleich zu 2013. Im Einzelfall, wie etwa bei Nuss- und Schokocremes, kann dieser Anstieg sogar eine Differenz von bis zu 26 Prozent ausmachen. Vor allem Junk-Food sollte mit Vorsicht genossen werden, denn hier gibt es laut Codecheck die größte Wahrscheinlichkeit, auf Palmöl zu treffen. Jede zweite Nussmischung, jede dritte Schoko-, Nuss- und Milchcreme oder Wurstware, jedes vierte Asia-Fertiggericht und jeder fünfte Cracker hat das meist umweltzerstörend hergestellte Öl definitiv auf der Zutatenliste.

Was können wir als Verbraucher tun?

Die EU hat seit 2014 eine Verordnung erlassen, die Hersteller bei den Inhaltsangaben zwingt, die Bezeichnung „Pflanzenöle/-fette“ durch konkrete Angaben zu ersetzen. Wir können seitdem konkret auf die Verwendung von Palmölen oder -fetten bei der Angabe der Inhaltsstoffe achten. Ich persönlich denke, dass es grundsätzlich nicht falsch ist, beim Einkauf etwas bewusster vorzugehen. Das inkludiert ebenso die Möglichkeit, auf alternative Produkte zurückzugreifen, die bewusst auf Palmöl verzichten. Zudem möchte ich auf einen WDR-Beitrag verweisen, den Sie in der ARD Mediathek abrufen können. Sie erhalten in einem knapp zehnminütigen Beitrag weitere Informationen zu diesem Thema.
Robert Basic

von

Seine Passion sind Menschen, sein Antrieb ist die Neugier.

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