Hangover durch Heilpflanze

Knoblauch-Kater: Darum macht uns die Knolle so kaputt

Herzrasen, ein trockener Mund, Schlaflosigkeit – diese Symptome treten oft nach Knoblauchkonsum auf. Alles nur eingebildet? Das steckt hinter dem Knoblauch-Kater.

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Knoblauch-Kater

Gibt es Knoblauch-Kater wirklich? Das steckt hinter dem kuriosen Phänomen.

Wenn die Nacht durchzecht und viel zu viel getrunken wurde, folgt das böse Erwachen am nächsten Morgen: Der sogenannte Kater oder englisch Hangover ist ein bekannter Begleiter des Konsums alkoholischer Getränke. Es gibt sogar Anti-Kater-Drinks, die dem brummenden Schädel vorbeugen sollen. Einen Kater gibt es aber offenbar nicht nur nach zu viel Schnapps und Bier: Viele Menschen erleben ganz ähnliche Symptome nach dem Verzehr von Knoblauch (mit dabei: Schlaflosigkeit, Herzrasen, Kreislaufprobleme und Schweißausbrüche). Das klingt kurios, gilt Knoblauch doch als sehr gesund und soll sogar beim Abnehmen helfen. Aber tatsächlich klagen viele Knoblauch-Fans über negative Folgen, wachen mit starkem Durst und trockenem Mund in der Nacht auf. Die Wissenschaft sagt allerdings: Knoblauch-Kater? Gibt es nicht! – dabei leiden viele Menschen unter den negativen Folgen. Was steckt also hinter diesen Symptomen und wer leidet unter ihnen?

Knoblauch am Abend: Unruhige Nacht vorprogrammiert?

Sie essen Abends ein leckeres und intensives Knoblauchbrot, am besten mit rohen Knoblauchzehen zubereitet? Dann kann es schnell sein, dass Sie sich auf eine unruhige Nacht mit dem bekannten pelzigen Mundgefühl einrichten dürfen. Doch auch, wenn viele Menschen die unangenehmen Nebenwirkung erfahren: Eine konkrete Lösung scheint es nicht zu geben, denn wissenschaftlich könne man einen Knoblauch-Kater an sich nicht als solchen definieren. Der Ökotrophologe Uwe Knop vermutet eine andere Erklärung und analysiert im Gespräch mit Deutschlandfunk Nova: „Es kann sein, dass diese Ladung an Scharfstoffen für manche Körper einfach zu viel ist.” – gemeint sind Inhaltsstoffe, die bei zu hohen Dosen (wie auch bei Chilischoten) beispielsweise zu Kreislaufproblemen führen können. Die Toleranz hierfür ist bei jedem Menschen unterschiedlich.

Ist verarbeiteter Knoblauch bekömmlicher?

Das bedeutet: Anders als beim Alkohol lässt sich der Kater nicht durch eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr oder vergleichbaren Methoden bekämpfen, einige Menschen vertragen die eigentlich gesunden Stoffe der Knolle einfach weniger gut. Ein wenig Einfluss lässt sich aber möglicherweise dennoch nehmen: Knoblauch entfaltet seine Inhaltsstoffe je nach Zubereitung unterschiedlich. Roher Knoblauch (gepresst oder gehackt) enthält eine größere Menge des schwefelhaltigen Stoffs Allicin, der für die Schärfe der würzigen Pflanze (und auch für die Knoblauchfahne) verantwortlich ist. Wer den Knoblauch brät oder kocht verringert die Schärfe. Wie das einem Knoblauchkater aber tatsächlich entgegenwirkt, ist wissenschaftlich nur unzureichend untersucht. Hier hilft im Zweifel nur das individuelle Ausprobieren!
Erik J. Schulze

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