Mehr CO2-Ausstoß als Deutschland!

So brutal schädigt die Fleischindustrie die Umwelt

Die Heinrich-Böll-Stiftung warnt: Die größten Fleisch- und Milchkonzerne verursachen mehr CO2-Emissionen als ganz Deutschland. Was bedeuten diese Zahlen für die Umwelt?

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Massentierhaltung

Kühe sind wahre Klimakiller. Durch die Rindfleisch und Milchproduktion entstehen Unmengen an Treibhausgasen.

Die Zahlen sind erschreckend: Die 20 größten Fleisch- und Milchkonzerne verursachen 932 Millionen Tonnen CO2-Emissionen. Jedes Jahr. Zum Vergleich: Ganz Deutschland, immerhin viertgrößte Industrienation der Welt, kommt auf nur 902 Millionen Tonnen pro Jahr. Ähnlich drastisch wirkt die Gegenüberstellung mit der wohl umweltschädlichsten Branche der Welt: Die fünf wichtigsten Player der Tierindustrie übertreffen zusammen sogar Öl-Giganten wie ExxonMobil oder BP. Die Heinrich-Böll-Stiftung veröffentlichte diese arlamierenden Zahlen nun in einem Fact-Sheet, also einer Übersicht zur aktuellen Entwicklung der Treibhausgasemissionen der Fleisch- und Milchgiganten. Für Barbara Unmüßig, Vorstand der Stiftung, ist diese Entwicklung ein ernstes Problem: „Die Emissionen aus der industriellen Landwirtschaft [...] sind in großem Umfang mitverantwortlich für den Klimawandel. Die Pariser Klimaziele sind nur mit einer globalen sozialen und ökologischen Agrarwende zu erreichen.”

Pariser Klimaabkommen droht zu scheitern

Das Ziel der internationalen Klimapolitik ist klar: Das Pariser Klimaabkommen sieht gegenüber der vorindustriellen Zeit eine maximale Temperatursteigerung von 2 °C, besser aber 1,5 °C, vor – um dramatische Folgen für die Umwelt zu verhindern. Unabhängig von Öl oder Kohle ist das ein schwieriges Unterfangen. Rechnungen der Heinrich-Böll-Stiftung nach würden im Jahr 2050 allein die prognostizierten Emissionen der Fleisch- und Milchindustrie etwa 81 % der weltweit erlaubten Emissionen entsprechen. Scheitert das Abkommen drohen durch die Folgen der Erderwärmung vermehrt Überschwemmungen, Hurricanes, Dürreperioden und ausfallende Ernten.

80 Prozent würden mehr für Fleisch bezahlen

Es wird also nicht reichen, Elektroautos zu fördern, um die Klimaziele zu erreichen. Hier zählt das Engagement der Bürger. Plump gesagt: Ein Tesla in der Garage bringt wenig, wenn jeden Tag das Schnitzel aus Massentierhaltung auf dem Tisch landet. Tatsächlich ist die Bereitschaft in der Bevölkerung groß. Einer aktuellen Studie nach sind etwa 80 % der Menschen in Deutschland bereit, mehr für bessere und nachhaltigere Haltungsbedingungen der Tiere zu zahlen. Und es muss ja auch nicht immer Fleisch sein. Welche deutschen Promis bereits vegan Leben, sehen Sie in unserer Bildergalerie.

Galerie: Diese 10 deutschen Promis sind Veganer

Erik J. Schulze

von

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